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DFC-V-56

Menschen mit Demenz im Krankenhaus -
eine innovative Schulungsidee für Pflegekräfte


Cathrin Raasch, Wiesbaden

Ebene: 2  Saal: Kopenhagen
11:00 Uhr bis 11:45 Uhr 
Dementia Fair Congress  
Zielgruppe  
Pflegekräfte in Klinik und Pflegeheim sowie Dozenten und Dozentinnen aus den Bereichen Medizin und Altenhilfe
Kurzbeschreibung 

Ein alltagsnahes Fortbildungskonzept für Kliniken wird vorgestellt. Die Pflegenden einer Klinik werden individuell darin begleitet, zuvor erlerntes Wissen über den Umgang mit verwirrten Patienten, in der Praxis umzusetzen.
Gleichzeitig werden strukturelle Veränderungen, die verwirrten Patienten zugute kommen sollen, von einer Arbeitsgruppe erarbeitet und erprobt. 

Abstract  

Fortbildungen zum Thema Demenz sind in vielen Kliniken und Pflegeheimen mittlerweile gang und gäbe. Dennoch klafft zwischen dem lebendigsten Seminar und dem Arbeitsalltag der Seminarteilnehmer/-innen häufig eine große Lücke.  Äußerungen wie „ist ja alles schön und gut, aber bei uns geht sowas nicht“ oder „dafür haben wir leider keine Zeit“, bringen dies zum Ausdruck. Wenn sich Seminarteilnehmer/-innen aber nicht gemeint bzw. gesehen fühlen, droht das angebotene Wissen zu versickern.
Was ebenfalls als ungünstig erlebt wird, ist wenn strukturelle Veränderungen in Einrichtungen über die Köpfe der Mitarbeiter/-innen hinweg eingeführt werden.
Mit der beschriebenen Fortbildungsidee soll das Thema „Pflege von Menschen mit Demenz im Krankenhaus“ sowohl theoretisch als auch praktisch in einem Krankenhaus verankert werden. Die Einbeziehung der Mitarbeiter/-innen ist dabei das Entscheidende. Das Projekt startete ganz klassisch mit einer Schulung für alle Pflegekräfte der Klinik. Eine Arbeitsgruppe bestehend aus Stationsleitungen und interessierten Mitarbeiter/-innen entwickelt und erprobt darauf aufbauend neue Betreuungsformen für verwirrte Patienten und ihre Angehörigen, die anschließend in der Klinik eingeführt werden. Beim „bedside-teaching“ schließlich geht es darum, die Pflegekräfte der Klinik im Umgang mit Patienten mit Demenzen oder Verwirrtheitszuständen im Arbeitsalltag zu unterstützen.Es werden regelmäßig Einzeltermine (je ein Termin pro Pflegekraft) durchgeführt, bei denen jeweils ein/-e verwirrte/-r Patient/-in der Referentin vorgestellt wird. Die Pflegekraft recherchiert hierfür den Fall, studiert die Akte, beschreibt das Patientenverhalten, spricht mit den Angehörigen und entwickelt schließlich eigene Ideen, wie dem/der Patient/-in der Aufenthalt in der Klinik erleichtert werden könnte. Nach der theoretischen Fallvorstellung besuchen die Pflegekraft und die Referentin gemeinsam die/den Patient/-in im Zimmer. Die Trainerin hält sich dabei im Hintergrund und beobachtet die Interaktionen zwischen Patient/-in und Pflegekraft, bei denen das zuvor in der Schulung gelernte umgesetzt werden sollte. Anschließend gibt es einen vertraulichen Austausch zwischen Referentin und Pflegekraft darüber und schließlich wird das Team in der darauffolgenden Übergabe über die Ergebnisse der Mini-Schulung informiert.  

Das Konzept findet eine hohe Akzeptanz bei den Pflegenden und der Klinikleitung und bietet vielfältige Transfermöglichkeiten. 

Infos zum Referenten  

Dipl.-Psych. Cathrin Raasch, Inhaberin von CR-Seminare – Psychosoziale Qualifikation für Medizin und Altenhilfe 
www.cr-seminare.de

 
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